"Wegen all dem Leid kann ich nicht mehr an Gott glauben"

Ich kannte Jesus sehr gut. Dennoch traf ich im Kult die unfassbare Entscheidung gegen Jesus. Eins meiner Motive: Ich wollte das unerträgliche Leiden und Sterben von Tieren und Menschen nicht länger hinnehmen. Der Teufel flüsterte mir ein, Gott wäre gleichgültig, schwach oder böse oder vielleicht doch nicht real, denn sonst würde er hier doch etwas tun. Weißt du, ich betete, aber Gott half nicht. Viele kennen das.

 

Das Leiden von Mensch und Tier hilflos mit ansehen zu müssen, tut mehr weh, als selbst gequält zu werden. Es trifft uns im Innersten unserer Seele. Warum tut Gott nichts? Irgendwann kam der Punkt, an dem ich brach. Ich nahm das Angebot an, dass ich selbst etwas tun könnte, das Leid zu lindern statt auf Jesus zu hoffen.

 

Es erschien mir zwangsläufig, dass ich diese Entscheidung treffen musste. Ich sagte mich von Jesus "für immer" los – wegen all dem Leid, was ich und andere erleiden mussten. Es ging natürlich auch darum, dass ich so begierig auf die falsche Liebe war, die man mir für diesen Verrat in Aussicht stellte. Jedenfalls war das der größte Fehler, den ein Mensch nur machen kann.

 

Ein weiteres Element der Gehirnwäsche muss ich hier noch erwähnen, sonst kann man mich vielleicht gar nicht verstehen. Sie brachten mir bei, dass ich mir Jesus und den Himmel nur eingebildet hatte. Es war eine falsche Erinnerungen gewesen. Irgendwie bewiesen sie es mir, und das war wieder einer der Punkte, wo ich mich selbst total aufgab und mich wieder aufspaltete. Das machte mich später verwundbar dafür, dass ich wirklich nicht mehr sicher war, dass Jesus und der Himmel real waren.

 

Trotzdem wäre es besser für mich gewesen, ich hätte ihn weiter gesucht, statt mich von ihm loszusagen. Es war viel schlimmer, ohne Jesus durch all das Leid zu gehen als mit ihm. Tatsächlich war das allergrößte Leid von allem die Gewissheit, nun für immer von Gott getrennt zu sein, und das hatte ich mir selbst zugefügt. (Nein, Gott hat mich nie ganz verlassen, aber ich glaubte, dass es so war.)

 

Psalm 23,4

Und ob ich schon wanderte im Tal der Todesschatten, ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir.

 

Psalm 46,2

Gott ist uns Zuflucht und Stärke, als Beistand in Nöten reichlich gefunden.

 

5. Mose 31,8

Der HERR aber ist es, der selbst vor dir hergeht, er wird mit dir sein und wird dich nicht aufgeben, noch dich verlassen; fürchte dich nicht und erschrick nicht!

 

Roger Liebi: Vom Leiden zum Segen (Buch Hiob, YouTube-Serie)

Playlist Schmerzen ERF Mensch Gott

Druckversion | Sitemap
Texte © Public Domain 2026