Diese Welt hat sehr viel an Leid für viele Menschen zu bieten. Oft ist das Leiden größer, als der Mensch aushalten kann. Es bricht uns in Stücke. Auch Paulus berichtet in der Bibel von Leid, was über die Grenzen dessen ging, was er aushalten konnte. (2. Korinther 1,8) Das Alte Testament ist voll von unerträglichen Leidsituationen und den Schreien der Menschen nach Gottes Hilfe.
Leid ist eine Tatsache auf dieser Erde. Aber was sagen unsere Leiden wirklich über uns und über Gott? Einfach zusammengefasst lehrt uns das Leid auf der Erde eine sehr wichtige Sache: Wie schrecklich es ist, wenn Menschen sich gegen ihren eigenen Schöpfer stellen. Alles Leid hängt damit zusammen, auch das Leid der wirklich unschuldigen Kinder.
Es gibt bei Gott aber kein sinnloses Leid. Für unschuldiges Leiden entschädigt Gott uns. Auch das "schuldige Leiden", was wir alle, auch die Gläubigen, durch Untreue selbst auf uns und andere bringen, ist alles andere als sinnlos. Sinnlos ist Leid nur aus Sicht des Menschen, der sich bis zum Schluss weigert, die Wahrheit anzuerkennen.
Die Wahrheit ist, Menschen und gefallene Engel sind schuld an allem Leid, Gott ist gerecht. Er hat uns erschaffen und liebt uns. Die Schuld am Leid liegt zu 100% bei Menschen und gefallenen Engeln und zu 0% bei Gott. Trotzdem bietet er jedem Menschen kostenlose Rettung an.
Doch die gefallenen Engel nutzen die Tatsache, dass wir unsere Schmerzen kaum ertragen können. Mitten im Schmerz flüstern sie uns ein, wie wir die Sache sehen sollen: "Siehst du, Gott liebt dich nicht. Siehst du, er hilft dir nicht. Hör auf, ihm nachzulaufen. Ihm ist egal, wie du leidest. Siehst du, Gott existiert wohl gar nicht."
Aber wenn wir auf sie hören, wird unsere Situation nicht besser, sondern schlimmer.
Kurz gesagt: Die Geschichte dieser Welt lautet nicht, dass wir Menschen uns aussuchen könnten, ob der allmächtige Gott aus unserer Sicht die Dinge auf Erden "gut genug" für uns regelt. Die wahre Geschichte dieser Welt lautet, dass Gott unser Schöpfer ist. Folglich ist ER es, der UNS erzählt, was WIR falsch machen, nicht umgekehrt. ER ist derjenige, zu dem wir mit unserem Leid kommen sollen. ER ist unser einziger echter Freund. ER ist der einzige, der uns wirklich hilft, aber er tut es auf seine Weise und in seinem Timing.
Je eher wir diese Realität akzeptieren, umso schneller werden wir selbst von sinnlosem Leiden im Kampf gegen Windmühlen befreit. Wenn wir akzeptieren, dass Gott Schöpfer ist, dann können wir seine großen Hilfen für die Leidenszeiten auf Erden in Anspruch nehmen. Weigern wir uns, werden unsere Leiden davon keineswegs in irgendeiner Form besser, im Gegenteil. Das Leiden bleibt, nur sind wir damit trostlos allein. Leiden ist schlimm, aber ohne Gott zu leiden, ist schlimmer.
Das größte aller Leiden besteht ohnehin darin, von Gott getrennt zu sein, nicht zu ihm zu gehören, kein Zuhause bei Gott zu haben.
Jesaja 41,10
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ja, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit!
Psalm 62,2-3
Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; von ihm kommt meine Hilfe. Er ist mein Fels und meine Rettung, meine Burg, ich werde niemals wanken.
Roger Liebi: Vom Leiden zum Segen (Buch Hiob, YouTube-Serie)