Ich hatte dieses Problem selbst, noch Jahre, nachdem ich bereits wieder leidenschaftlich bei Jesus war. Etwas in mir litt und brannte, hatte Angst und fühlte immer: Für mich gilt das nicht mehr. Es schwang auch oft mit: Du glaubst das ja nicht wirklich.
Es waren Teile von mir, die in Trauma und Lügen in der Finsternis gefangen waren, mein anderes, zerstörtes Ich lebte darin. Dämonen spielten dabei auch eine Rolle. Meine vielen Erkenntnisse über Gott und die Wissenschaft konnten diese Teile meines Ich nicht erreichen und heilen. Ich wusste in meinem Innern (bzw. glaubte zu wissen), dass Gott mich nie mehr lieben oder akzeptieren kann. Schließlich hatte ich mich selbst für immer von Jesus losgesagt.
Alle, die als Kinder im Kult programmiert wurden, haben so etwas wie ich, aber nicht alle wissen auch, dass sie im Kult programmiert wurden.
Aber das gleiche grundsätzliche Problem der dämonisierten gespaltenen Persönlichkeit kann der Teufel dir eben auch machen, ohne dass du im Kult traumatisiert und dämonisiert und programmiert bist. Es muss nichtmal sexueller Missbrauch sein, obwohl der Teufel den sehr oft benutzt. Trauma braucht es schon, aber es gibt so viele Traumata in dieser Welt, die schon Kinder treffen. Das Trauma, dass man sich nicht geliebt oder gesehen fühlt. Das Trauma, dass man in früher Kindheit von der Mutter getrennt wird. Oder jede Form von Gewalt, auch psychische. Es gibt das Trauma, dass ein Mensch oder ein Tier stirbt und man damit nicht zurechtkommt. Viele Kinder überleben auch Abtreibungsversuche im Mutterleib, was ein sehr schlimmes Trauma ist, an das sich aber die wenigsten bewusst erinnern.
Das Trauma ist ein krasses Erleben der Getrenntheit von Gott. Man fällt aus der gottgegebenen Geborgenheit und Sicherheit heraus in irgendeine Art von Hölle mit Horrorgefühlen und Einsamkeit. Mit dem Erlebnis und im Schock brechen unsere Abwehr und unser Schutz zusammen. Wir wären geschützter, wenn wir selbst und unsere Mitmenschen im ständigen Gebet mit Gott über uns blieben. Da das kaum jemand tut, können in solchen Situationen Dämonen in uns eindringen und sich festsetzen wie Eiterbakterien in eine Wunde.
In diesem Zustand können wir die Lüge akzeptieren, dass Gott uns nicht liebt und uns nicht beschützt. Oder dass es keinen Gott geben kann. Das Unerträgliche spalten wir ab und „vergessen“ es, um irgendwie weiterleben zu können. Dann gibt es ein kleines Ich in uns, was in diesem Horror und der Einsamkeit gefangen ist. Das kann schon sehr früh passieren, sogar vorgeburtlich, etwa bei überlebten Abtreibungsversuchen.
Der Dämon erinnert uns immer wieder an diese Verlassenheit. Er flüstert uns ein: Gott gibt es nicht. Wenn es ihn gibt, kann er mich nicht lieben. Ich bin wertlos. Ich muss mein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Später kommen Dinge hinzu wie: Mach dich bloß nicht klein vor Gott, kriech bloß nicht vor Gott zu Kreuze usw. Und so bleiben wir im Leid von unserem Trauma und in den Lügen des Teufels gefangen.
Wichtig ist zu verstehen, dass dein normales Ich, was durch die Welt läuft, das innere Geschehen vermutlich nur am Rande überhaupt wahrnimmt. Man will es nicht wahrhaben. Meist wird man Wege suchen, das zu leugnen und zu kompensieren. Man will Sachen besonders gut machen, sich selbst wertvoll machen, wenigstens in den Augen anderer. (Auch beim sogenannten Narzissmus liegt m.E. genau das zugrunde.)
Gott allein kann uns helfen, es aufzudecken. Wir müssen ihn darum bitten, dann führt er uns Schritt für Schritt. Jesus ist ausdrücklich für die gekommen, die zerbrochenen Herzens und zerschlagenen Geistes sind. Mit uns hat er besonderes Erbarmen.
Die Verletzung zu heilen, tut erst einmal unglaublich weh, deshalb wollen wir uns dem nicht stellen. Das ist leider so, aber es lohnt sich unglaublich.
Möglicherweise ist dein Problem auch einfacher gestrickt. Du hast einfach nur Entscheidungen getroffen, die dann dem Teufel mehr Macht über dich gegeben haben. Und so hat dein Denken und Fühlen sich immer weiter von Gott entfernt, bis du überhaupt nicht mehr glauben konntest. Und deine einmal gerufenen Geister machen dir jetzt immer schlechte Gefühle, wenn du Jesus suchen willst.
Egal, wie es sich bei dir konkret verhält, Gott will und kann dich heilen. Alles was du tun musst, ist, zu ihm zu kommen. Du darfst und sollst sogar gegen ihn wüten, wenn das in dir ist. Lass es raus, damit Gott dich heilen und befreien kann. Jesus kann es ab, er hilft dir, die Dinge ans Licht zu bringen. Und alle Finsternis, die du mit ihm ans Licht bringst, verwandelt er in Licht.
Man kann auch einfach so anfangen, dass man mit Jesus darüber spricht, warum man sich immer so schlecht fühlt, wenn man ihn suchen will. Bring es vor ihn, und er wird dir helfen.