Die meisten Menschen, mit denen ich spreche, denken von sich selbst, dass sie einigermaßen gute Menschen wären. Wenn Gott existieren würde, dann müsste er doch sehen, wie man wirklich versucht hat, anständig zu sein und anderen zu helfen. So sagt man sich, jemand wie mich könnte Gott nicht in die Hölle werfen, andernfalls wäre er wirklich böse.
Aber es geht hier nicht darum, ob wir gut sind unseren eigenen Augen. Es geht darum, wie Gott uns sieht. Ob wir gut sind in Gottes Augen, können wir Menschen überhaupt nicht intuitiv beurteilen, weil wir nicht Gottes Augen haben. Wir müssen hören, was Gott uns in der Bibel sagt, wann Menschen vor ihm gut sind.
Jesus sagt, dass niemand von uns gut ist. Wir Menschen auf Erden sind allesamt böse in Gottes Augen. Er sagt auch, dass wir trotzdem gute und richtige Dinge tun können. Aber das ändert nichts, auch wenn wir gute Dinge tun, bleiben wir immer noch böse. Das ist so absolut, dass sogar Jesus sich auf Erden dagegen verwehrt, „guter Mann“ genannt zu werden. Nur der Vater im Himmel ist gut.
Die Bibel nennt unser Herz böse und betrügerisch. Sie sagt, wir denken, wir haben alles verstanden und im Griff, sind aber auf dem falschen Weg, der ins Verderben führt. Wir sehen den Balken in unserem eigenen Auge nicht, aber die Splitter bei den anderen sehen wir wohl. Wir können sogar stets bemüht sein, Gott zu gefallen, und dann schlagen wir uns vor ihm an die Brust, zum Glück bin ich nicht so wie diese schrecklichen Sünder… Aber Gott nimmt lieber den schrecklichen Sünder, der verstanden hat, dass er ohne Gottes Erbarmen und Vergebung verloren ist. Stolz ist die Mutter aller Sünden, auch der Stolz darauf, „gut“ zu sein, ist eine krasse Sünde. Wir können es nicht schaffen, kein Sünder zu sein.
Das ist das Einzige, was uns „gut“ machen kann vor ihm: dass wir einsehen, wir sind böse und er ist gut. Das ist der Punkt, an dem wir wirklich verstehen, wer Gott ist und wer wir sind. Das ist der Punkt, an dem wir die angemessene Dankbarkeit und Demut entwickeln, wenn wir begreifen, was er uns schenkt, obwohl wir absolut gar nichts verdienen würden. Wenn wir so vor ihm stehen, haben wir unser Lernziel erreicht. Ich stelle mir vor, wie Gott dann erleichtert seufzt, endlich verstanden, und dann heißt es: Komm rein und sei hier zuhause.
Natürlich will Gott deshalb trotzdem, dass wir hier auch lernen, möglichst viele gute Dinge zu tun. „Gut“ in diesem Sinne sind Opfer, die wir aus Liebe für andere und für Gott erbringen. Aber kein Werk, was wir tun, kann uns vor Gott rechtfertigen. Das einzige, was uns vor Gott das Urteil „gut“ einbringt, ist, wenn wir zu Jesus gehören. Dann sind all unsere Sünden (egal wie viele, egal wie schlimm) komplett von uns abgewaschen, und wir können vor Gott stehen, und Gott, in dem keine Finsternis ist, kann uns ansehen.
(Was ist mit denen, die nie von Jesus hören?)
Ich weiß, viele Menschen können das erstmal überhaupt nicht akzeptieren. Man fühlt sich falsch beschuldigt und schlecht gemacht, wenn man sich als Sünder begreifen soll. Ich verstehe das, ich hatte das Problem selbst. Es hing mit Lügen, Trauma, echter und falscher Schuld zusammen, wobei alles für mich unzugänglich in abgespaltenen Ich-Teilen war.
Auch der Einfluss der Dämonen spielt eine Rolle, denn sie flüstern uns ständig ein, dass jemand, der uns Sünder nennt, es nur schlecht mit uns meinen kann, dass es schlecht für uns wäre, wenn wir uns als Sünder sehen würden.
Die Wahrheit ist, es ist unsere Rettung, unsere Heilung, wenn wir begreifen, dass wir Sünder sind auf Erden.
Gott liebt uns Menschen und auch dich ganz persönlich mit einer für uns unfassbaren Liebe. Tatsächlich ist alle Liebe bei Gott und von Gott, auch die Liebe, die wir in uns selbst fühlen. Gott hat dich perfekt gemacht. Er hat einen wundervollen Plan für dich, einen Weg, den du in der Ewigkeit in seinem Reich gehen sollst.
Aber Gott hat uns Menschen grundsätzlich sehr große Fähigkeiten verliehen, weil wir in seinem Reich große Aufgaben haben werden. Mit diesen Fähigkeiten kann man viel Unheil anrichten, wenn man sie unkontrolliert einsetzt. Unmöglich könnte Gott jemanden mit solchen Fähigkeiten, der aber größenwahnsinnig ist und dem Demut und Dankbarkeit fehlen, in Freiheit und in seinem Reich lassen. Damit ist man nämlich buchstäblich der Teufel in Person.
Gott hat uns nach dem Sündenfall auf die Erde in eine sündige Welt in sündige Körper gesteckt, damit wir hier etwas lernen sollen. Wir sollen etwas begreifen, was absolut unerlässliche Eingangsvoraussetzung dafür ist, dass er uns diese großen Aufgaben in seinem ewigen Reich auch anvertrauen kann. Was wir brauchen, ist Heilung von unserem Größenwahn. Wir müssen Demut und Dankbarkeit lernen. Dies müssen wir lernen, weil unsere großen Fähigkeiten uns so leicht größenwahnsinnig werden lassen und weil Gott seine Schöpfung beschützen muss.
Deshalb haben wir auf Erden Freud und Leid, Erfolg und Versagen und allen möglichen Input, damit wir es am Ende schaffen, wirklich auf die Knie zu gehen vor Gott. Wenn wir das schaffen, haben wir die Qualifikation für den Himmel erreicht. Die einzig wichtige Qualifikation für alle in Gottes Reich die, dass sie sich ihm in angemessener Weise, also demütig und dankbar, unterordnen und ihn ehren. Dies ist die einzig richtige Haltung Gott gegenüber, da allein Gott allmächtiger, allwissender Schöpfer ist, da alle Energie, alle Liebe, einfach alles von ihm kommt, da alles ihm gehört.
Damit wir das trotz unserer großen Fähigkeiten wirklich verstehen lernen, deshalb müssen wir hier auf Erden zwangsläufig alle Sünder sein. Und wir sind es wirklich, mit Leib und Seele. Wir versagen alle immer wieder, aber dieses Versagen ist Teil von Gottes Plan.
Die einen von uns schaffen den Sprung, es zu erkennen und zuzugeben, die anderen schaffen es nicht. Letztendlich geht es um schonungslose Ehrlichkeit und Goodwill für Gott. Die einen nehmen die Rettung in Jesus dankbar an, die anderen lehnen sie ab. Ich hoffe sehr, du schaffst den Sprung. (Wir bleiben übrigens auch nach unserer Errettung Sünder bis zu unserem Tod, nur ist uns dann alles vergeben.)
Kurz gesagt, Gott will aus purer Liebe zu dir, dass du lernst zu begreifen, wie unfähig und sündig du im Vergleich mit Gott bist und wie gnädig und barmherzig Gott ist. Er will, dass du das begreifst, damit er dir das wundervolle ewige Leben schenken kann, was er für dich vorgesehen hat. Gott ist für dich Mensch geworden, hat für dich gelitten, ist für dich gestorben und für dich wiederauferstanden. Wenn du statt dieses Angebot anzunehmen lieber versuchen willst, aus eigener Kraft „gut genug“ zu sein, dass Gott dich einfach in sein Reich lassen muss, hast du das Thema komplett verfehlt.
Es liegt in meiner eigenen Geschichte, warum ich die Sache heute so sehe, wie ich das hier beschrieben habe. Anders könnte ich meine eigene Schuld vor Gott nicht überleben, in die ich auf Erden geraten bin. Ich habe meinen eigenen Gott verraten. Das ist deshalb so unermesslich schlimm, weil ich Jesus ja kannte und er bereits so viel für mich getan hatte.
Wie gesagt, war diese Schuld abgespalten von meinem normalen Bewusstsein, mir selbst also in meinem Leben überhaupt nicht mehr bewusst zugänglich. Wenn ich sie dann mit Jesus aufdecke und aufarbeite, dann gerate ich in eine absolute Selbstverdammnis. Diese lässt sich allein dadurch trösten, dass ich zwar wirklich versagt habe, dass aber alles Teil von Gottes Plan war. Gott steht über allem, auch über unserer Sünde. Gott hat es zugelassen, damit er mich von Größenwahn und mangelnder Demut und mangelnder Dankbarkeit heilt.
In der Zeit da ich noch als Kind glücklich bei Jesus war, litt ich nämlich bereits an diesen Krankheiten Gott gegenüber, was ich selbstverständlich nicht begreifen konnte. Jetzt habe ich es begriffen und kann Gott nur dafür danken, dass er mich zur größten Sünderin hat werden lassen. Sein Ziel war von Anfang an, mich von Größenwahn, Stolz und Undankbarkeit zu heilen.
... noch in Arbeit, Bibelverse folgen