Das, was ich als mein „wahres Ich“ empfinde, war so kaputt. Dieser Teil von mir wollte definitiv nicht mehr existieren müssen, nicht hier, nicht im Jenseits. Dieses Ich wollte nicht gerettet werden. Es konnte nicht nach Gott um Rettung oder Hilfe schreien. Es war mir nicht möglich. Ich denke, das ist die maximale Depression.
Gott zeigte mir eines Tages den Weg zur Heilung. Dieser Teil von mir verstand mit einem Mal, dass Gott will, dass ich nach ihm schreie. Gott will, dass ich lebe. Gott will, dass ich nicht traurig, sondern fröhlich und unbeschwert bin. Gott will, dass ich alle Sünden vergesse, meine eigenen und die von anderen. Gott will, dass ich nach ihm schreie, damit er mich heilen kann.
Das war für diesen Teil von mir, dem nie etwas half, der Gamechanger. Da konnte ich dann doch schreien. Ich schrie nach Gott um Hilfe mit dem Vorbehalt, ich tue dies hier nicht, weil ich es will. Ich will nämlich gar nichts mehr, ich kann nichts wollen. Ich tue es, weil du es willst.
Ich denke, alle schwere Depression handelt unmittelbar von unserem kaputten Verhältnis mit Gott, weshalb menschliche Therapien oft so wenig helfen. Was kann einem Menschen helfen, dem die Liebe Gottes fehlt?
Natürlich können wir solches Begreifen, wie Gott es mir da gab, niemandem einfach beibringen. Aber Gott kann es den Menschen beibringen. Wir können mit Betroffenen darüber reden und dafür beten, dass Gott dieses Begreifen als Hilfe schickt. Gott will, dass du wieder fröhlich und unbeschwert bist und dass du lebst. Warum? Weil es eine Freude für Gott ist, zu sehen, wie du lebst und dich freust, einfach so. Weil er dich liebt.
Wer selbst bereits gesund genug ist, durch denn kann die Liebe Gottes auch in der Fürsorge zu den Kranken kommen. Nichts kann uns wirklich heilen als allein die Liebe Gottes.