Böse Kirche, böse Gläubige = böser Gott?

(27.05.26 Ich habe bemerkt, dass ich hier mal wieder ziemlich konfus geschrieben hatte. Ich fand sogar einen bösartigen Fehler eingebaut. Es ist aber auch wirklich ziemlich kompliziert, und ich hoffe, ich treffe jetzt den Kern.)

 

Menschen, die vorgeben, an Jesus zu glauben, können sehr, sehr böse Dinge tun. Auch Menschen, die wirklich an Jesus glauben, können sehr, sehr böse Dinge tun. Ich selbst kann davon ein Lied singen. Bei dem, was ich an Schlimmem getan habe, könnte einer auch sagen, das hast du gemacht, obwohl du zu Jesus gehörst? Das kann und darf Gott dir nicht vergeben. Wenn Gläubige solche Dinge tun und dann auch noch vergeben bekommen, dann will ich mit diesem Gott nie wieder etwas zu tun haben. 

 

Ich kann nur sagen, ich habe im Kult sehr böse Dinge getan, aber ich selbst habe daran furchtbar gelitten, dass ich es tat. Es hat mich im Innersten vernichtet, dass ich böse geworden war, obwohl ich Jesus kannte und liebte und obwohl ich so sicher gewesen war, ich würde standhalten. Ich wollte das nicht, aber ich tat es trotzdem.

 

Meine Schuld vor Gott ist unermesslich groß. Aber Gottes Gnade und Erbarmen sind größer als jede Schuld, die ein Mensch auf sich laden kann. Wie ist das möglich?

 

Nicht ein einziger Mensch kann für sich in Anspruch nehmen, dass er in der Lage wäre, die Folgen seiner Sünden gegen Gott irgendwo wieder gutmachen zu können. Wir wissen nicht einmal, welche Folgewirkungen unsere Sünden haben. Wir kennen die Kettenreaktionen nicht, die wir auslösen. Wir merken oft nicht einmal, wie wir jemanden beleidigen oder lieblos behandeln zum Beispiel. Selbst wenn wir es wüssten, wir können kaum etwas wirklich wiedergutmachen.

 

Und es ist sehr einfach: Wenn es keinen Menschen gibt, der seine eigene Schuld begleichen könnte, dann muss Gott allen vergeben, die zu ihm kommen oder niemandem, wenn er gerecht ist. Gott ist gerecht, und damit ist die Frage beantwortet, wie ein gerechter Gott die schrecklichsten aller Dinge vergeben kann.

 

Die Liste von schlimmen Dingen, die Leute im Namen von Jesus begehen, ist endlos: Kreuzzüge, Folter und Hexenverbrennung, Korruption, Ausgrenzung, unterlassene Hilfeleistung und last but not least: sexueller Missbrauch überall, begangen und gedeckt von der gesamten Kirchenhierarchie. Dazu kommt das tägliche Versagen von Gläubigen. Da wird genauso gestritten wie überall. Da werden Kinder lieblos behandelt und mit Angst und Schuldkomplexen beladen.

 

Aber Gott sagt nirgends, dass die Gläubigen es schaffen werden, anständig bleiben oder die Welt retten. Im Gegenteil, er kündigt uns in der Bibel an, dass wir auf breiter Front versagen werden. Natürlich sagt er uns, was wir tun sollen, aber natürlich tun wir es nicht. Das Gleiche ist zuerst mit Gottes Volk, den Juden passiert. Auch sie haben es nicht geschafft, dauerhaft zu gehorchen. Deshalb musste Jesus am Kreuz sterben, um die Menschheit befreien zu können, weil wir alle immer wieder so leicht auf die gefallenen Engel reinfallen.

 

Doch statt nun mit Jesus in die Freiheit zu gehen, tun wir immer wieder das gleiche. Wir gehorchen nicht, und die Menschheitskatastrophe nimmt ihren Lauf.

 

Dieses Versagen der Gläubigen ist Teil der Geschichte, in der die Menschheit am Ende mit Gott wieder vereint sein wird. Wir werden aus den Folgen unseres Ungehorsams klüger geworden sein. Auf diesem langen, schmerzhaften Weg erhält jeder die Chance, zu Gott persönlich umzukehren und gerettet zu werden.

 

Auch die folgenden Dinge gilt es zu bedenken:

  1. Die Kirchen sind Hauptangriffsziel des Teufels. Sie sind von Anfang an von gefallenen Engeln unterwandert und manipuliert. 
  2. Wer nach außen gläubig ist, kann heimlich etwas ganz anderes anbeten als Jesus Christus.
  3. Gläubige sind in Lügennetzen ihrer Gemeinden gefangen und erhalten nicht die Hilfe, die sie brauchen. Praxis und Lehre sind so falsch, dass notwendige Heilung und Befreiung von Dämonen nicht stattfindet.

Über allem steht: Wir Menschen gehorchen unserem Gott nicht. Wir schaffen es auch dann nicht, wenn Jesus unser Erlöser ist.

 

Tränenreicher Weg zur Heilung

Wir könnten es schaffen, geheilt zu werden, wenn wir wirklich gehorchen würden. In der Bibel steht klar, dass wir Gott unser Herz ausschütten und immer mit ihm im Gespräch bleiben müssen. Wenn Gläubige das tun, werden sie geheilt und können mit ihren bösen Taten aufhören. Sie können immer mehr das werden, was wir sein sollen, Botschafter Christi, Licht der Welt und Salz der Erde.

 

Aber dahin zu kommen, ist für viele Gläubige ein harter, tränenreicher Weg. Und kaum einer weiß überhaupt von der Existenz dieses Weges. Es ist der Weg, auf dem man immer heiler wird, aber "ganz heil" wird kein Mensch auf Erden.

 

Böse Gläubige, böse Kirche, guter Gott

Um dann noch die Frage ausdrücklich zu beantworten: Dass Gläubige und Kirchen Böses tun, steht nicht gegen die Wahrheit der Bibel oder gegen die Güte Gottes. Im Gegenteil. Es passiert genau das, was Gott uns prophezeit, wir versagen (z.B. 2. Timotheus 4,3-4; 1. Timotheus 4,1; Lukas 22,31-34). Gefallene Engel versuchen uns aber mit dem Versagen von gestrauchelten Gläubigen. Sieh nur, wie schlimm diese Diener Gottes sind, du darfst diesem Gott nicht folgen, folge lieber uns, sei lieber dein eigener Gott, säuseln sie.

 

Die Sache ist aber die, dass die bösen Diener Gottes von den gefallenen Engeln zum Bösen verführt sind. Es ist Teil des Plans der gefallenen Engel, Gott in der Welt schlecht zu machen, weil sie Menschenseelen von Gott stehlen wollen. Gott lässt die Verführung zu, weil er uns testet, aber er bietet uns immer seine Hand. Wer Gott ablehnt, schadet allein sich selbst. Er tötet sich selbst, weil es Leben allein bei Gott gibt und nirgends sonst.

 

Was die Opfer betrifft, jeder hat seinen eigenen, ganz persönlichen Weg mit Gott. Die Ärmsten auf dieser Erde sind automatisch bereits gerettet. Gott ist bei ihnen und trägt sie, sie gehen geheilt und entschädigt in ein wunderbares ewiges Leben. Dort wird das Leid, was wir hier hatten, nicht mehr sein als ein Wimpernschlag in der Erinnerung.

 

Was die Opfer betrifft, die dann selbst Täter werden (wie ich): Wir tragen nicht nur das Leid des Opferseins, sondern dazu noch die viel schwerere Last der Schuld des Täterseins. Aber auch Opfer, die nicht aktiv als Opfer-Täter mitgemacht haben, werden ziemlich sicher in ihrem Leben an anderen Stellen die Täterrolle übernehmen, meist ohne es überhaupt zu begreifen. 

 

Niemand außer Gott kann uns heilen und die Schuld nehmen.

 

Traumaheilung und Vergebung

Alle Opfer und Opfer-Täter brauchen Traumaheilung mit Jesus, Befreiung von Lügen und Befreiung von Dämonen. Die fundamentalste Heilung ist die Vergebung. Wir alle brauchen Vergebung, die Vergebung Gottes. Einen anderen Weg gibt es nicht.

 

Warum sollen die Opfer den Tätern vergeben? Ganz einfach, weil Gott uns vergibt und von uns verlangt, dass wir anderen Vergeben. Opfer sind nicht Menschen ohne Schuld. (Um die, die gar nicht in die Lage kommen, etwas zu entscheiden, müssen wir uns nicht sorgen. Um die kümmert sich Gott.)

 

Es ist ein Gebot Gottes, dass wir unsere Feinde lieben und den Tätern vergeben müssen. Wenn wir das nicht tun, ist das eine Sünde, und es hat Konsequenzen für uns. In dem Moment, wo wir nicht vergeben, werden wir darin selbst schuldig vor Gott. Sofern wir an Jesus geglaubt haben, sind wir trotzdem in Ewigkeit gerettet. Aber unser Problem ist, dass Nichtvergeben eine krasse Sünde ist.

 

Wenn wir in einer krassen Sünde verharren, schaden wir uns selbst. Wo man in Sünde verharrt, haben Dämonen Macht über uns. Dämonen quälen uns mit Traumaerinnerungen, Flashbacks und allen möglichen Symptomen. Solange wir die Sünde nicht loslassen wollen, befreit Jesus uns nicht davon. Niemand leidet so sehr, wenn wir nicht vergeben, wie wir selbst.

 

Und dann gibt es da auch noch die Möglichkeit, dass man nach dem Tod erstmal für seine Sünden, die man absichtlich festgehalten und nicht bereut hat, sehr wohl für eine Zeit selbst büßen muss. Einige Gläubige berichten ziemlich glaubhaft von solchen höllischen Nahtoderlebnissen (z.B. Catholic Woman dies, meets Jesus heaven and then wakes up at the morgue).

 

Wer also selbst als Opfer dem Kreislauf des Bösen entkommen will, kommt nicht ums Verzeihen herum. Wir haben auch öffentlichen Täterfiguren zu verzeihen. Mit dem Verzeihen heißen wir nicht gut, was sie getan haben, aber wir lösen uns selbst aus der Rolle des Verfolgers oder Rächers gegen sie. Wir erkennen an, dass wir kein Recht haben, sie zu verurteilen oder uns als irgendwie "besser als sie" zu fühlen.

 

Achtung, ich sage hier nicht, dass das einfach ist. Es kann ein längerer Weg sein, wo man viel mit Gott durcharbeiten und Gottes Liebe und Gnade selbst immer wieder empfangen muss, bevor man Tätern vergeben kann. Was Gott von uns erwartet, ist dass wir ihm glauben, dass wir verzeihen müssen und dass wir ihn um Hilfe bitten, damit wir das auch schaffen.

 

Römer 3, 22-24

Denn es ist kein Unterschied; denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, sodass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.

 

Römer 7,19

Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.

 

Galater 5,22

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.

 

Matthäus 6,14

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

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